Wien ist schön. Paris ist prächtig. Vom Siebten in den Septiéme.
Andreas Zinggl am 01 Jun 2009 | Kategorie: Radio
Wiederholung vom 3.Juni 2008
Gestaltung: Lucile Dreidemy, Johannes Knierzinger
Fast exklusiv für den Neubaurundfunk begaben wir uns auf eine spannende Expedition in den siebten Bezirk von Paris. Anfängliche Versuche mit der dort anstämmigen Bevölkerung Kontakt aufzunehmen scheiterten leider kläglich an unüberwindlichen Sprachbarrieren. Zwar konnten wir an einigen Ausdrücken wie Trottoire, Fauteuil oder Plafond erkennen, dass auch der dort gesprochene Dialekt Wiener Wurzeln hatte, für darüber hinausgehende Informationen zogen wir es aber vor, uns von der Exilwienerin Frau Dr. Christa Sauer vom Österreichischen Kulturforum in Paris, und von einer aus Straßburg stammenden Historikerin namens Lucile Dreidemy beraten zu lassen.
Gleich bei unserer Ankunft trafen wir nicht weit von einer verrosteten Stahlkonstruktion aus dem 19. Jh. namens “Tour Eiffel” auf laut schreiende Spaziergänger. Lucile Dreidemy wählte für diese mehrere Tausend Leute umfassende Gruppe den Begriff “Demonstranten”, was nur entfernt mit dem bei uns geläufigen Begriff “Monstranz” zu tun hat, obwohl es sehr wohl Christen unter ihnen gab. Frau Dreidemy klärte aus darüber auf, dass diese Leute nur in den Septième kamen, um zu schreien und zu singen, weil das Wohnen hier fast ausschließlich einem nichtarbeitenden Großbürgertum vorbehalten sei. In einem anschließenden längeren Gespräch mit Frau Dr. Sauer versuchten wir dann, die Mentalität und die Lebensumstände dieses fremden Volkes zu erkunden und waren überrascht, dass doch einige Parallelen zwischen dem Siebten und dem Septième zu finden waren.
Anhören: [Teil 1] [Teil 2] [Teil 3] [Teil 4] [Teil 5]
Musik: Camille: Paris, Vous, Too drunk to fuck
Thomas Dutronc: J’aime plus Paris
Patric Sebastien: Chez Mozart
Johann Strauß: An der schönen blauen Donau; Wein, Weib und Gesang
W.A. Mozart: Konzert für Klarinette in A-Dur, Adagio
Charles Trenet: Douce France
Montheus: La jeune garde
Eugene Pottier: L’Internationale
Kommentar hinterlassen
Sie müssen angemeldet sein, um zu antworten.